ELTERNgespräch

Hören was Eltern bewegt

Schock ungeplanter Kaiserschnitt

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"Das Ohnmachtsgefühl, wenn die Hebamme schon wieder das Zimmer verließ, ohne etwas zu sagen, werde ich nie vergessen." sagt Judith Poznan. Die Geburt ihres Kindes, die schließlich in einem ungeplanten Kaiserschnitt endete, hat sie als traumatisch empfunden. Was sie erlebt hat und wie sie heute damit umgeht, erzählt sie Julia in einem sehr offenen, berührenden ELTERNgespräch. Wer selbst traumatische Geburtserinnerungen hat: ACHTUNG es besteht die Gefahr einer Retraumatisierung. Bitte nicht allein hören!

Mehr von Judith gibt es auf ihrer Homepage oder über Instagram und Facebook zu finden!

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Kommentare

Bianca
by Bianca on 26. März 2019
Hallo, ich fand es schade, dass ihr bei der Folge nicht mehr auf den Geburtsvorbereitungskurs eingegangen seid. Vielleicht hätte man darauf nochmal 5-10 Minuten verwenden können.
Melanie
by Melanie on 19. März 2019
Bei mir war es auch ein um geplanter Kaiserschnitt das schlimmste daran war als ich auf dem Tisch festgeschnallt wurde und anschließend erst die Narkose Spritze bekam es war ein komisches Gefühl dass ich wahrscheinlich nie vergessen werde ich denke oft darüber nach
Sam
by Sam on 18. März 2019
Mein Kind kam per wunsch Kaiserschnitt in einem Geburtshaus in Stuttgart zur Welt. Ich bin sehr dankbar das die Geburt von meiner Tochter traumhaft verlief. Meine Hebamme hat mich keine Minute alleine gelassen, sie hat mir im OP genau erklärt was passiert und meine Tochter wurde mir direkt auf die Schulter gelegt als sie zur Welt kam. Ich denke es waren ca. 10 Minuten die sie aus dem Raum genommen wurde zum durchschauen und in dieser Zeit war mein Freund bei ihr. Danach kammen sie wieder in den OP und mein Baby lag auf mir solange ich zugeneht wurde. Danach ging es in unser Einzelzimmer wo meine Tochter abwechselnd bei mir und meinem Freund nackt auf uns lag. Um so öfter ich solche Berichte höre und lese wird mir bewusst was für ein großes Glück ich hatte. Aber es stimmt mich auch sehr traurig, das ich das überhaupt so denken muss in einem Land wie Deutschland. Wo Menschenrechte so groß geschrieben werden aber eine geberende Frau sie eben nicht immer hat.
Steffi
by Steffi on 14. März 2019
Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich fand ihn krass zu hören und war gleichzeitig so dankbar für mein Ärzte- und Hebammenteam und den dann doch kurzfristig geplanten Kaiserschnitt. Auch dafür, dass bei unserer Maus und mir alles gut verlief ist Gold wert. Ich finde es nicht richtig, dass der Kaiserschnitt und mögliche Komplikationen bei einer Geburt und wie man damit umgehen kann bzw. was da evtl. auf einen zukommt nicht im Geburtsvorbereitungskurs angesprochen werden. Es wurde zwar erwähnt, dass es den Kaiserschnitt gibt, aber das war es. Das ist schlichtweg einfach nicht richtig. Hier gehört genauso Aufklärung her, wie bei der spontanen Geburt. Auch dass man während der spontanen Geburt meist alleine im Zimmer gelassen wird, sollte diskutiert werden. Das war eine sehr große Angst von mir, dass ich schlichtweg während der Geburt hilflos auf einem Bett liege und nur ab und zu mal jemand vorbeischaut. Ich wollte immer eine Fachfrau an meiner Seite haben, bei uns ins Bayern gibt es allerdings keine Beleghebammen mehr, was das Ganze schon echt schwierig gestaltet. Daher hatte ich mich für unser Universitätsklinikum mit Lehrkrankenhaus entschieden. Dort sind min. 6-8 Hebammen/-schülerinnen pro Schicht eingeteilt, sodass keine Frau alleine sein muss. Das hat mir die Angst genommen. Auch ein genauer Geburtsplan bei dem ich festgelegt hatte, dass stets mit mir und meinem Mann zu kommunizieren ist, was, warum und wie gerade gemacht wird, egal ob die Situation nun positiv oder gar negativ ist wurde mit meiner Hebamme von mir erarbeitet. Was bei der Uniklinik auch der Fall war: es gab eine sog. Journalanlage, dort wurde ich ganz normal wie beim Frauenarzt untersucht, Hebammen haben alle Daten von mir und meinem Mann aufgenommen, ich habe bereits alle nötigen Formular (auch für PDA, Kaiserschnitt, Notkaiserschnitt) ausgefüllt, erklärt bekommen und wusste auf was ich mich einlasse bzw. wie das Ganze dann abläuft. Daher war ich mir auch immer sicher, dass es eine entspannte Geburt wird. Als es dann partout nicht los gehen wollte und ich gesundheitliche Probleme bekam (dem Baby ging es gut), war ich nochmals zur Untersuchung in unserem Wunschkrankenhaus. Dort wurden dann bereits einige Dinge festgestellt, die bei einer Spontangeburt zu deutlichen Komplikationen geführt hätten. Da wusste ich, dass es ein geplanter Kaiserschnitt wird, denn sonst hätte mein Körper schon längst losgelegt. Gesagt getan, ich hatte wirklich ein super Ärzte- und Hebammenteam um mich, nicht zuletzt der Anästhesist hat einiges für mein Wohlbefinden getan. Er hat mich beruhigt, uns genau erklärt, was gerade gemacht wird, sofort reagiert, als ich eine allergische Reaktion auf das gespritzte Oxytocin hatte und nebenbei noch Smalltalk mit uns gemacht. Auch die Hebammen haben dies wunderbar gemacht. Der Oberarzt war der Knaller, der hat seine Arbeit gemacht, uns zur sehr properen Maus gratuliert und mir noch im OP gesagt, dass es die beste Entscheidung war den KS machen zu lassen, denn er hatte noch ein paar Dinge angeführt, die vorher nicht erkennbar waren und die zwangsläufig in einen KS oder gar einen Not-KS geführt hätten. Ich persönlich habe meinen ungeplanten geplanten KS 2 Tage nach ET nie bereut und bin froh, dass es so verlief, wie es verlief. Ich habe die ganze Vorbereitung, die Information, die OP als sehr angenehm empfunden und konnte mich auch auf das Ganze einlassen (die Kontrolle abzugeben ist normalerweise so gar nicht mein Ding). Im Nachhinein habe ich mir schon ab und an eine Spontangeburt gewünscht, weil ich wohl nie erfahren werde, wie es ist richtig in den Wehen zu liegen (hatte nämlich nur ein paar Senkwehen vorher) oder gar den ganzen Weg bis das Kind da ist mit allem Drum und Dran zu gehen. Andererseits weiß ich, auch durch meinen Geburtsbericht welchen ich angefordert und intensiv studiert habe, dass dies so bei mir nicht funktioniert hätte und der KS die bessere Variante für uns war. Weniger Frau fühle ich mich deshalb nicht, allerdings ist der KS immer noch sehr verpönt und man unterstellt direkt, dass man einfach keinen Bock auf die Schmerzen einer Spontangeburt hatte, was bei 95% der KS in Deutschland wohl nicht der Fall ist. Eins möchte ich auch noch anführen: ein KS ist nicht weniger anstrengend, schwierig, nervenaufreibend wie eine Spontangeburt. Denn auch hier gibt es Dinge (ich sage nur Blasenkatheter, aufgeblähter Bauch und dadurch Schmerzen, Kreislaufprobleme etc.) die schmerzhaft sind. Für mich war hier das Schlimmste so krass auf andere/meinen Mann angewiesen zu sein, denn aufsehen war die ersten Tage fast unmöglich, somit auch das alleinige wickeln unserer Maus. Und auch danach war durch den KS und das Hormonchaos Auto fahren, weitere Wege gehen usw. nicht möglich. Das musste alles mein Mann erledigen.
KaP
by KaP on 14. März 2019
Bei mir war es genauso. Bei einer Wahlhebamme die mich nicht nur alleine im Kreissaal ließ sondern auch noch während der Geburt gemeine Dinge sagte. Wurde total alleine gelassen von ihr und endete in einem Kaiserschnitt nachdem mir eröffnet wurde, dass die Herztöne schlecht sind (nach stundenlangem Verweilen lassen im Kreissaal).
Nicole
by Nicole on 14. März 2019
Ich bin mir SICHER, wenn die Hebammenbetreuung durchgängiger möglich wäre, könnten so viele Kaiserschnitte vermieden werden.
Maracla
by Maracla on 14. März 2019
Ich finde mich in dem Bericht ganz viel wieder. Ich war 12 Stunden in einem Geburtshaus und danach im Krankenhaus. Die Zeit im Krankenhaus habe ich ähnlich verunsichernd erlebt. Am Ende wurde es ebenfalls ein ungeplanter Kaiserschnitt.

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